Gestern hat das Statistische Bundesamt die Geburtenzahlen für 2025 vorgelegt. 654.300 Kinder. Niedrigster Stand seit 1946. Vierter Rückgang in Folge. Sterbeüberhang von 352.000. Und während dieser Befund veröffentlicht wird, fehlen in deutschen Kitas 300.000 Plätze, an deutschen Schulen bis 2035 rund 156.000 Lehrkräfte, und ein Kind kostet seine Eltern monatlich 763 Euro. Das ist keine demografische Statistik. Das ist ein Vertrauensverlust.
Die leeren Wiegen
Gestern hat das Statistische Bundesamt die Geburtenzahlen für 2025 vorgelegt. 654.300 Kinder. Niedrigster Stand seit 1946. Vierter Rückgang in Folge. Sterbeüberhang von 352.000. Und während dieser Befund veröffentlicht wird, fehlen in deutschen Kitas 300.000 Plätze, an deutschen Schulen bis 2035 rund 156.000 Lehrkräfte, und ein Kind kostet seine Eltern monatlich 763 Euro. Das ist keine demografische Statistik. Das ist ein Vertrauensverlust.
Eine Bekannte aus meinem Stadtteil, Mitte dreißig, gut ausgebildet, Doppelverdiener-Haushalt, hat mir vor zwei Wochen erzählt, sie habe das zweite Kind verschoben. Nicht aus Lust und Laune. Sondern weil sie für das erste seit acht Monaten keinen Kitaplatz findet, weil ihre Eltern zu weit weg wohnen, weil ihr Arbeitgeber Teilzeit zwar erlaubt, aber die Karriere ausbremst, weil die Wohnung mit zwei Kindern zu klein ist und die nächst größere unbezahlbar. Sie hat mir das nicht klagend erzählt, sondern nüchtern, fast geschäftsmäßig. Wie eine Risikoanalyse. Eltern werden in Deutschland heute zu Risikoanalytikern erzogen. Und das Ergebnis steht seit gestern in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts.
Ich gestehe vorab eine Position, weil die Kolumne andernfalls Schein wäre. Ich finde, was diesem Land in den letzten zwei Jahrzehnten in der Familienpolitik gelungen ist, ist erstaunlich wenig. Was ihm im Bildungsbereich gelungen ist, ist erstaunlich wenig. Und was ihm in der Verbindung beider Felder — Demografie und Bildung — gelungen ist, ist nichts. Wir reden seit 25 Jahren über die Alterung der Gesellschaft und tun bestenfalls so, als sei sie eine Aufgabe der nächsten Legislatur. Sie ist die Aufgabe dieser Legislatur. Sie wäre die Aufgabe der vorletzten gewesen. Wir sind spät dran.
Was die Zahlen sagen
Am 28. April 2026 hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass im Jahr 2025 in Deutschland 654.300 Kinder geboren wurden. Das sind 3,4 Prozent weniger als 2024. Die Geburtenzahlen sind das vierte Jahr in Folge gefallen. Der niedrigste Stand seit 1946. Im selben Jahr starben rund 1,01 Millionen Menschen — ein Sterbeüberhang von 352.000. Das ist das größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit. Die zusammengefasste Geburtenziffer lag 2024 bei 1,35 Kindern pro Frau, bei deutschen Frauen sogar bei nur 1,23 — ein Wert, den es zuletzt 1996 gab. Und die Bevölkerungsvorausberechnung sagt, dass die deutsche Geburtenzahl selbst unter günstigen Annahmen das Niveau von 2021 mit 795.000 Geburten nicht mehr erreichen wird.
Im europäischen Vergleich ist das nicht trivial, aber auch nicht einzigartig. Frankreich, Österreich, Italien und Schweden melden für 2025 ebenfalls Rückgänge. In Spanien, den Niederlanden und Finnland zeichnet sich dagegen eine Stabilisierung ab. Frankreich hatte über Jahrzehnte die höchste Geburtenrate Westeuropas — gestützt auf eine systematisch ausgebaute Kinderbetreuungsinfrastruktur, ein durchgängiges Schulganztagssystem und ein Steuerrecht, das mit dem „quotient familial“ Familien substanziell entlastet. Genau diese drei Säulen fehlen in Deutschland — oder sind so lückenhaft, dass sie nicht tragen. Frankreich verliert gerade seine Sonderrolle. Aber selbst dort liegt die Geburtenrate noch über deutschen Werten. Und während Spanien stabilisiert, fällt Deutschland weiter.
Die Verteilung im Land ist ungleich. In Mecklenburg-Vorpommern fielen die Geburten 2025 um 8,4 Prozent. Hamburg ist das einzige Bundesland mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent. Im Osten ist der Rückgang seit 2016 mit 28,6 Prozent fast doppelt so stark wie im Westen mit 13,8 Prozent. Das hat strukturelle Gründe — Abwanderung, schwächere wirtschaftliche Aussichten in vielen ländlichen Räumen, fehlende Hochschulpräsenz —, aber es zeigt auch, dass der demografische Niedergang regional besonders dort schnell wird, wo der Staat strukturell zurückgewichen ist.
Was am Geburtenrückgang besonders ist
Das Statistische Bundesamt nennt zwei Ursachen. Erstens: Die geburtenschwachen Jahrgänge der 1990er-Jahre treten jetzt in das Alter Anfang dreißig ein, in dem typischerweise Kinder kommen. Dadurch sind weniger potenzielle Mütter da. Zweitens: Die zusammengefasste Geburtenziffer fällt seit 2022 kontinuierlich. Beide Befunde stimmen. Und beide sind unzureichend, wenn man sie nicht zusammen mit den Lebensbedingungen liest, unter denen Kinder gezeugt, geboren und großgezogen werden müssen.
Denn anders als die abstrakte Demografie-Sprache nahelegt, fallen Kinder nicht aus statistischen Gründen aus. Sie fallen aus, weil junge Erwachsene mit großer Vernunft die Lage beurteilen. Eine Kohortenstudie der Bundesregierung — der Familienreport 2024 des damaligen BMFSFJ — hat festgestellt, dass die durchschnittliche Wunschkinderzahl in Deutschland bei 2,1 liegt. Die tatsächliche Geburtenziffer bei 1,35. Diese Lücke von 0,75 Kindern pro Frau ist keine Frage des Wollens. Sie ist eine Frage des Könnens. Wer ein Kind will, aber keines bekommt, hat ein Vertrauen verloren. Und dieses Vertrauen ist das Erklärungszentrum.
Was Eltern in Deutschland erleben
Wer ein Kind bekommt, läuft in Deutschland gegen drei Wände. Die erste ist die Betreuungswand. Seit 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Mehr als zehn Jahre nach dem Inkrafttreten dieses Anspruchs fehlen nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft im Jahr 2025 bundesweit 300.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige. 14,2 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe — fast jedes siebte — gehen leer aus. In Bremen findet jedes vierte Kind keinen Platz, in Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil bei 18,6 Prozent. Wer auf einen Platz wartet, hat keine Wahl: Er finanziert die Betreuung privat, wenn er es sich leisten kann; er reduziert die Erwerbsarbeit, wenn er es muss; er verzichtet auf das nächste Kind, wenn beides zusammenkommt. Genau diese Verzichtsentscheidung steht in der gestrigen Destatis-Mitteilung.
Die zweite Wand ist die Schulwand. Im Schuljahr 2023/24 hatten 10,5 Prozent der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen — rund 77.600 von 739.500 — keine anerkannte Lehramtsprüfung. Ein Jahr zuvor waren es 9,8 Prozent. Die Tendenz steigt. Nordrhein-Westfalen meldete im Dezember 2025 8.800 unbesetzte Lehrerstellen. Die Bildungsministerkonferenz selbst rechnet bis 2035 mit einem Defizit von rund 50.000 Lehrkräften. Bildungsforscher Klaus Klemm hält diese Prognose für geschönt und kommt auf 75.000. Wido Geis-Thöne vom IW Köln rechnet sogar mit bis zu 156.000 fehlenden Lehrern bis 2035. Welcher Wert auch zutrifft: Wir reden über mindestens fünfzig-, eher siebzig-, möglicherweise hundertfünfzigtausend Lehrkräfte, die ein deutsches Kind, das jetzt geboren wird, in seiner Schullaufbahn statistisch nicht mehr antreffen wird.
Die dritte Wand ist die Qualitätswand. Die OECD-PISA-Studie 2022 hat für Deutschland den stärksten Rückgang aller bisherigen PISA-Runden gemeldet. In Mathematik haben 30 Prozent der fünfzehnjährigen Schüler die Mindeststandards verfehlt. Im Lesen 25,5 Prozent. Der IQB-Bildungstrend für die vierten Klassen zeigt eine ähnliche Tendenz: Ein Viertel der Viertklässler kann nicht gut genug lesen, um im weiteren Bildungsverlauf erfolgreich zu lernen. Der Zusammenhang zwischen Elternhaus und Schulerfolg ist in Deutschland mit 19 Prozent Varianzaufklärung deutlich stärker als im OECD-Durchschnitt mit 15 Prozent — der deutsche Bildungserfolg hängt stärker am Elternhaus, als er soll. Das ist nicht nur eine Bildungsfrage. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit zwischen Geburtshaushalten.
Die ehrliche Bemerkung zum Migrationsthema
Hier muss ich präzise werden, weil das Thema vergiftet ist. Die OECD-Daten 2022 zeigen einen Leistungsrückstand von 59 bis 67 Punkten zwischen Schülern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte in Deutschland. Das sind ungefähr eineinhalb Schuljahre Rückstand. Die Differenz ist in Deutschland größer als in vielen Vergleichsländern — und sie wächst. Daraus folgt nicht, dass Migration das Problem ist. Daraus folgt, dass das deutsche Bildungssystem die Integrationsleistung, die es übernehmen müsste, nicht erbringt. Andere Länder mit ähnlichen Migrationsanteilen — Kanada, Australien, Spanien — schaffen es, den Leistungsabstand kleiner zu halten. Das ist nicht der Unterschied zwischen den Migranten. Das ist der Unterschied zwischen den Schulsystemen. Wer das Migrationsthema seriös ansprechen will, muss die Schulpolitik ansprechen — und die Stunden Sprachförderung, die wir vorhalten, oder eben nicht vorhalten. Die Stunden Sprachförderung in deutschen Schulen sind im internationalen Vergleich gering. Das ist eine politische Entscheidung. Sie ist revidierbar.
Die Kostenwand
Das Statistische Bundesamt hat 2018 ermittelt, dass ein Paarhaushalt in Deutschland für ein Kind durchschnittlich 763 Euro pro Monat ausgibt — bei Alleinerziehenden 710 Euro. Diese Zahl ist nominal seit 2013 um 16 Prozent gestiegen. Sie liegt heute, nach der Inflationswelle 2022 bis 2024, deutlich höher. Realistisch sind 850 bis 950 Euro pro Monat für ein Kind. Das macht für die ersten 18 Lebensjahre eine Größenordnung von 180.000 bis 200.000 Euro pro Kind, ohne Studium. Das ist kein abstrakter Wert — das ist die größte Einzelinvestition im Leben der meisten Familien. Die öffentliche Hand gibt im Vergleich dazu im Jahr 2024 78,8 Milliarden Euro für Kinder- und Jugendhilfe aus, plus 9,5 Prozent gegenüber 2023. Das klingt viel. Pro Kind unter 18 Jahren in Deutschland sind es rund 6.000 Euro im Jahr — und in der Bildung pro Schüler liegt Deutschland mit 11.587 US-Dollar weiterhin merklich unter Dänemark mit 14.273 US-Dollar. Wir geben nicht zu wenig aus. Wir geben es falsch aus. Vor allem: Wir geben es spät aus.
Die Befürworter eines Status quo ernst genommen
Drei Argumente kommen regelmäßig, wenn die Familienpolitik kritisiert wird. Sie verdienen eine ehrliche Antwort, kein Wegwischen.
Erstens: Geburtenrückgang ist ein Wohlstandsphänomen. Reichere Gesellschaften bekommen weniger Kinder, das sei weltweit so. Stimmt im Trend. Aber es erklärt nicht die Spreizung innerhalb Europas. Frankreich hatte jahrzehntelang höhere Geburtenraten als Deutschland — bei vergleichbarem Wohlstand. Der Unterschied lag in der Familienpolitik, nicht im Bruttoinlandsprodukt. Der Wohlstandsbefund ist daher eine Halbwahrheit, mit der man Untätigkeit rechtfertigt. Eine ehrliche Politik würde sagen: Innerhalb des Wohlstandstrends gibt es Spielraum. Diesen Spielraum nutzen wir nicht.
Zweitens: Migration füllt die demografische Lücke. Der Befund ist nicht falsch. 2024 hatten ausländische Mütter eine Geburtenrate von 1,84 — höher als die deutsche von 1,23. Allerdings sinkt auch diese Rate seit 2017. Und entscheidender: Migration kann ein demografisches Problem mildern, aber sie löst kein Bildungs- und Betreuungsproblem. Im Gegenteil — ohne ausgebautes Bildungs- und Betreuungssystem wird Migration zur sozialen Lasten- und Konfliktverteilungsfrage, statt zur Integrationschance. Wer die Migration als Lösung ankündigt, ohne Kitaplätze, Lehrer und Sprachförderung zu liefern, verkauft den Bürgern eine politische Selbstberuhigung.
Drittens: Eltern entscheiden nun einmal individuell. Der Staat habe nichts zu wollen. Stimmt für die Entscheidung als solche. Stimmt nicht für die Bedingungen. Wenn die durchschnittliche Wunschkinderzahl 2,1 beträgt und die tatsächliche 1,35, dann gibt es eine Lücke von 0,75 Kindern pro Frau, die Eltern wollen würden, aber nicht bekommen. Diese Lücke ist nicht „individuelle Entscheidung“. Sie ist staatliche Verfehlung. Den Bürgern Selbstbestimmung zu attestieren, wo sie tatsächlich von Sachzwängen getrieben werden, ist die rhetorisch eleganteste Form, die eigene Politik zu entlasten.
Jedes der drei Argumente trägt einen wahren Kern. Keines wiegt die Befunde auf. Wer auf eine Lage von 1,23 Kindern pro deutsche Frau reagiert mit „Wohlstand erklärt das, Migration kompensiert das, Eltern entscheiden selbst“ — der hat keine Familienpolitik mehr. Er hat eine Resignation in drei Variationen.
Sechs konkrete Lösungen
Kritik ohne Vorschläge ist halbe Arbeit. Im Folgenden sechs Hebel, die innerhalb der gegebenen Verfassungs- und Haushaltslage umsetzbar sind. Sie sind nicht billig. Aber jeder Euro, der nicht in Kinder investiert wird, kostet später ein Vielfaches in der Rentenkasse. Demografiepolitik ist Investitionspolitik.
Was tun?
Sechs Hebel, die präzise genug sind, um morgen in einen parlamentarischen Antrag zu wandern.
Wenn ich nur einen dieser sechs Vorschläge durchsetzen könnte, wäre es Punkt I — die Kommunal-Haftung beim Kitaplatz. Nicht weil die anderen weniger wichtig wären. Sondern weil dieser Hebel die Anreizstruktur grundsätzlich umkehrt. Heute trägt der Bürger das Risiko des kommunalen Versagens — er verzichtet auf das Kind, auf die Erwerbstätigkeit, auf den nächsten Karriereschritt. Morgen würde die Kommune das Risiko tragen. Wer einmal im kommunalen Haushalt monatlich 1.000 Euro pro nicht erfülltem Platz schreiben muss, baut innerhalb eines Jahres den Platz. Das ist keine Theorie. Das ist Verwaltungspraxis. Genau dort, wo der Staat heute am brutalsten versagt — dem Rechtsanspruch — muss er sich verbindlich verpflichten. Sonst ist das Wort „Recht“ leer.
Häufige Fragen
Quellen & Primärmaterial
Statistische Behörden und amtliche Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 146 vom 28. April 2026: „Zahl der Geburten sinkt im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit“. destatis.de/PD26_146
- Statistisches Bundesamt, Themenseite Geburten — Geburtenrate 2024: 1,35 Kinder/Frau, deutsche Frauen 1,23, ausländische Frauen 1,84. destatis.de/geburten
- Statistisches Bundesamt, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Pressemitteilung 446 vom 11. Dezember 2025.
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Januar 2026: „Öffentliche Hand gab 2024 rund 78,8 Milliarden Euro für Kinder- und Jugendhilfe aus“ (+9,5 % gegenüber 2023).
- Statistisches Bundesamt, Sozialbericht 2024 — Konsumausgaben für Kinder: 763 Euro pro Monat im Paarhaushalt, 710 Euro bei Alleinerziehenden (Datenbasis EVS 2018).
Wissenschaftliche Studien und Sachverständigengutachten
- Wido Geis-Thöne, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, IW-Report November 2025: „300.000 Kitaplätze für unter Dreijährige fehlen“. iwkoeln.de/kitalücke
- Klaus Klemm, Modellrechnung 2025 zum Lehrerbedarf bis 2035 — bis zu 75.000 fehlende Lehrkräfte; Kritik an KMK-Prognosen.
- Wido Geis-Thöne, IW Köln, Berechnung 2022 — bis zu 156.000 fehlende Lehrkräfte bis 2035.
- Bildungsministerkonferenz (BMK/KMK), Modellrechnung Februar 2025: „Lehrkräfteeinstellungsbedarf und -angebot in der Bundesrepublik Deutschland 2024 bis 2035″ — Defizit ca. 50.000.
- Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK (SWK), Stellungnahme „Empfehlungen zum Umgang mit dem akuten Lehrkräftemangel“ 2023.
- OECD, PISA 2022 Ergebnisse Deutschland — stärkster Rückgang aller PISA-Runden, 30 % unter Mindeststandard Mathematik, 25,5 % im Lesen.
- IQB-Bildungstrend 2021/2022 — anhaltender Rückgang der Grundschulkompetenzen in Deutsch und Mathematik.
- Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR), Studie 2024: „Ungleiche Bildungschancen“ — Leistungsabstand 59–67 Punkte zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund.
Politische Berichte und Programme
- Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), Familienreport 2024 — Wunschkinderzahl in Deutschland durchschnittlich 2,1.
- Bertelsmann-Stiftung, Studien zum Kita- und Lehrkräftebedarf 2023–2025.
- Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Bildungsmonitor 2024 — Bremen letzter, Sachsen erster Platz im Bundesländer-Ranking.
- Bund-Länder-Programm „Startchancen“ ab Schuljahr 2024/2025 — gezielte Förderung von 4.000 Schulen mit hohem Anteil sozial benachteiligter Schüler.
Gesetzliche Grundlagen
- § 24 SGB VIII — Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr (seit 2013).
- § 22a SGB VIII — Förderung in Tageseinrichtungen.
- BGH, Urteil vom 20.10.2016, Az. III ZR 280/14 — Schadenersatzanspruch der Eltern bei nicht erfülltem Kitaplatz-Anspruch.
- § 38 VwVfG — Zusicherung der Behörde.
- Ganztagsförderungsgesetz — Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ab 2026.
Internationale Vergleichsdaten
- OECD Education at a Glance — Bildungsausgaben pro Kind in der Primarstufe: Deutschland 11.587 USD, Dänemark 14.273 USD.
- Eurostat, Geburtenstatistik 2024/2025 — EU-Vergleichsdaten zur zusammengefassten Geburtenziffer.
- Sveriges Riksbank und nationale Statistikämter Frankreich, Österreich, Italien, Schweden, Spanien, Niederlande, Finnland — Vergleichswerte 2025.
Medienrecherchen
- Deutsches Schulportal, Dezember 2025: „Lehrermangel bleibt ein großes Problem“. deutsches-schulportal.de
- news4teachers, Oktober 2025: „Lehrermangel — trotz Geburtenknick: Klemm nennt Prognosen der Kultusminister ,unseriös'“. news4teachers.de
- statistiken-aktuell.de, Mischstand März 2026 zur PISA- und IQB-Auswertung Deutschland.



